Im Live-Webinar haben Rafael und Niklas Kietaibl echte Instagram-Accounts von Immobilienmaklern analysiert – vom Profilbild bis zum letzten Posting.
Kurz gesagt- Objekte und Vertrauen sind die zwei essenziellen Bausteine eines Makler-Accounts – Expertencontent kommt erst danach.
- Aus jedem Objekt lassen sich 3-4 Beiträge machen: Bild-Posting, Story, Rundgang-Video, Umgebung.
- Regelmäßigkeit schlägt Perfektion: 4-5 Touchpoints pro Woche sind relevanter als ein einzelner Reichweiten-Hit.
- Bio, Highlights, Storys und ein klarer Kontaktweg sind kostenlose Werbeflächen – die meisten lassen sie ungenutzt.
- Gesicht zeigen geht auch ohne Perfektion: einfach mit dem Smartphone durch die Immobilie gehen.
Warum ist Instagram für Immobilienmakler wichtig?
Instagram ist für Immobilienmakler ein zentraler Marketing-Touchpoint, weil Kauf und Verkauf ein langer Prozess sind. Wer regelmäßig auftaucht, wird wiedererkannt und baut Vertrauen auf – genau das entscheidet, an wen sich Interessenten wenden.
Der Weg vom ersten Interesse bis zum Auftrag dauert lange. Käufer und Verkäufer müssen dich öfter sehen, bevor sie dir vertrauen. Genau dafür ist Social Media da: Du machst dich sichtbar, wirst wiedererkannt und baust über Wochen und Monate Vertrauen auf. Der Kontakt selbst passiert dann oft trotzdem über die Website oder Google – aber ohne die Social-Media-Präsenz wäre er nie entstanden.
Wichtig dabei: Konzentriere dich nicht auf alles gleichzeitig. Bei Immobilienmaklern zählen im Kern zwei Dinge – Objekte und Vertrauen. Viel mehr ist es nicht.
Was posten als Immobilienmakler?
Poste zuerst deine Objekte – sie sind dein Produkt und geben den Rhythmus vor. Vertrauens-Content wie Team und Bewertungen kommt als zweiter Schritt, Expertencontent erst danach.
Viele Makler starten mit aufwendigem Expertencontent und scheitern an der Konstanz. Der einfachere Weg: Objekte. Sie sind dein Produkt und müssen vermarktet werden. Wer auf ein Profil geht, will sehen, was im Bestand ist – nicht nur, was du weißt.
Aus einem Objekt lassen sich mehrere Beiträge machen:
- ein Bild-Posting
- ein Posting mit mehreren Bildern
- eine Story
- ein Rundgang-Video mit dem Smartphone
- bei guter Lage: die Umgebung zeigen
So holst du aus jedem Objekt drei bis vier Beiträge heraus, bevor du zum nächsten wechselst. Erst danach kommen Vertrauens-Signale wie Team, Bewertungen oder Erfolge – und ganz am Ende, gezielt und ergänzend, Experten- und Lokalcontent. Der Grund ist simpel: Objekt-Content lässt sich durchhalten, aufwendiger Content nicht.
Ein Beispiel aus dem Webinar: Ein Makler-Account setzte fast nur auf aufwendige Videos und hatte dadurch Lücken von zwei Wochen zwischen den Postings. Mit einfachen Objekt-Postings dazwischen hätte er diese Lücken füllen können – ohne Videografen, nur mit dem Smartphone.
„Bei Immobilienmaklern geht es um zwei ganz essenzielle Dinge: Objekte und Vertrauen. Viel mehr ist es nicht.“
Rafael Kietaibl
Instagram Bio für Immobilienmakler: Was gehört rein?
In die Bio gehören Standort, Spezialisierung und Positionierung – in kurzen, leicht lesbaren Bullet Points. Dazu ein Link, der direkt zur Website oder zu aktuellen Objekten führt.
Die Bio ist kostenlose Werbefläche, die Instagram gratis hergibt – und die meisten nutzen sie nicht. Ein Makler-Account ohne Bio lässt offen, wo der Makler tätig ist und was er macht. Das ist verschenktes Vertrauen.
Was in einer guten Bio steht, zeigte sich in den Analysen immer wieder:
- Region: Wo bist du tätig? Ein Makler aus dem Umland einer Großstadt kommunizierte das klar als „Speckgürtel“ – so wissen Interessenten sofort, ob du für sie relevant bist.
- Spezialisierung: Wohnimmobilien, Gewerbe, Verkauf, Vermietung – wer eine Spezialisierung hat, sollte sie direkt ansprechen.
- Positionierung: Ein Slogan oder ein klarer Satz, zum Beispiel „Verkauf von Wohnimmobilien, über 10 Jahre Erfahrung“.
- Kontaktweg: Ein Linktree mit Website, aktuellen Objekten, WhatsApp und Impressum.
Menschen lesen auf Social Media keine Fließtexte. Bullet Points, Emojis und klare Strukturen machen die Bio leicht verdaulich. KI-Tools helfen, aus wenigen Stichworten mehrere knappe Varianten zu generieren – die beste nimmst du.
Instagram Highlights für Immobilienmakler: Warum sie wichtig sind
Highlights sind gespeicherte Storys, die dauerhaft auf deinem Profil bleiben – ideal für Team, Bewertungen und Objektübergaben. Sie sind ein oft übersehener Vertrauens-Baustein.
Eine Story ist nur 24 Stunden sichtbar. In Highlights legst du sie dauerhaft ab und füllst dein Profil mit Leben. Viele Makler lassen diesen Bereich komplett leer – dabei ist er kostenlos, einmal aufgesetzt und immer wieder befüllbar.
Gute Highlights-Ideen aus dem Webinar:
- Team: Wer arbeitet bei dir? Ein Team-Highlight baut sofort Vertrauen auf.
- Bewertungen: Google-Bewertungen als Highlight zeigen, was Kunden über dich sagen.
- Objektübergaben: Momente, die du nicht als regulären Post zeigst.
- Karriere: Gerade größere Büros nutzen Instagram auch zum Recruiting – jüngere Bewerber schauen zuerst auf den Account, bevor sie sich bewerben.
Ein Detail aus der Analyse: Achte auf die Icons. Zu viel Text wird im Kreis abgeschnitten und ist nicht erkennbar. Kleine Icons mit klarem Text – am besten in deinen Markenfarben – machen Highlights sofort verständlich.
Wiedererkennung: Profilbild, Farben und angepinnte Beiträge
Profilbild, Farben und angepinnte Beiträge sorgen dafür, dass man dich sofort wiedererkennt. Profilbild: Logo oder Gesicht – nie ein Büroschild oder eine Gruppe.
Das Profilbild ist der erste Eindruck. Häufige Fehler: das Büroschild als Bild oder ein Foto mit vier, fünf Personen, auf dem niemand erkennbar ist. Entscheide dich: Entweder führst du den Account als Büro – dann gehört das Logo rein – oder als Person – dann ein klares Porträt.
Farben sind ein unterschätzter Wiedererkennungs-Faktor. Viele Makler haben starke Markenfarben, die sich durch das gesamte Profil ziehen sollten: Highlights, Postings, Overlays. Wer auf einem Immobilienportal ein Objekt sieht und die Farben wiedererkennt, hat schon ein positives Gefühl – weil er den Account kennt.
Angepinnte Beiträge sind die zweite Chance für den ersten Eindruck. Ein Makler-Account, der nur Objekte zeigt, kann oben einen Vorstellungs-Post anpinnen: ein kurzes „Über uns“ mit Teamfoto, dazu ein Vertrauens-Posting oder ein Beitrag, der gut lief. So sieht jeder Besucher sofort, mit wem er es zu tun hat. Ein gutes Beispiel aus dem Webinar: ein Account, der oben Teamfoto, „Über uns“ und Kontaktmöglichkeit anpinnt – direkt darunter Bewertungen und Objekte. Und wenn du einen Vorteil anbietest, halte den Text leicht verdaulich: drei, vier Bullet Points reichen – „Was mach ich und was krieg ich“.
„Euer Produkt muss vermarktet werden. Das muss ersichtlich sein – und das ist die Basis von jedem Social Media Account.“
Rafael Kietaibl
Gesicht zeigen: Objektvideos ohne Perfektion
Du musst nicht vor der Kamera stehen: Einfach mit dem Smartphone durch die Immobilie gehen und erklären, was man sieht. Das ist der einfachste Weg zu mehr Reichweite.
In fast jeder Analyse war es der nächste Schritt: Der Account hatte regelmäßige Objekt-Postings, aber kein Gesicht. Sobald eine Person im Video auftaucht, ist die Reichweite in der Regel positiv gestimmt – und die Leute sehen, mit wem sie es zu tun haben.
So startest du ohne großen Aufwand:
- Geh mit dem Smartphone durch die Immobilie, als würdest du einem Interessenten eine Führung geben.
- Erklär kurz, was man sieht – oder nimm ein Voiceover auf.
- Ein Gimbal und ein ordentliches Mikrofon reichen als Equipment, beides ist kein großes Investment.
- Schneiden kannst du mit einfachen Tools wie CapCut – es muss nicht perfekt sein und nicht wie Werbung aussehen.
- Aus einer Immobilie lassen sich so zwei bis drei Videos machen: drinnen, außen, Umgebung, mit Preis und Ort.
Wichtig bei Videos: die ersten drei Sekunden. Dort muss sofort klar sein, worum es geht – sonst ist der Zuschauer weg. Ein Text-Hook oder ein aussagekräftiges Thumbnail, zum Beispiel mit dem Preis, hilft. Und: Untertitel einbauen, viele schauen Videos stumm. Teste über drei bis vier Videos, ob es etwas bringt.
Ein Maklerbüro aus einer Kleinstadt zeigte, wie es geht: aktive Storys aus dem Alltag, ein monatlicher Drehtag, gefilmt mit dem Handy, geschnitten von einer Agentur. Der Preis stand direkt im Video – und die Objekt-Videos mit Person erzielten die meiste Reichweite.
Instagram Story für Immobilienmakler: Der Ring muss leuchten
Eine aktive Story ist das erste Signal, dass dein Account lebt. Sie ist für den Alltag da – nicht für perfekten Content.
Der rote Ring um das Profilbild ist für viele das erste Zeichen: Hier passiert etwas. Ein Account ohne Story wirkt sofort inaktiv – egal, wie gut die letzten Postings waren. Storys sind nur 24 Stunden sichtbar, also müssen sie regelmäßig kommen. Gerade bei jüngeren Zielgruppen läuft viel über Storys.
Die Story ist für den Alltag gemacht: ein Notartermin, ein Teammeeting, die Fahrt zur Immobilie, ein Fotoshooting vor Ort. Ein Makler-Account aus dem Webinar postete mehrmals pro Woche einfach aus dem Alltag heraus – „Wir sind vor Ort, wir stellen auf, wir machen Fotos“. Das dauert Sekunden und zeigt: Wir sind aktiv.
Du musst nicht alles selbst machen. Wenn du ein Team hast, motiviere jüngere Mitarbeiter, Storys zu posten – viele machen das gerne. Der Ring bleibt so ständig da, ohne dass du aufwendigen Content produzierst.
Der nächste Schritt: Kontaktweg und Call to Action
Der Weg vom Instagram-Profil zur Website muss so kurz wie möglich sein – sonst verlierst du die Leute. Ein Linktree mit Website und aktuellen Objekten ist der Standard.
Die Aufmerksamkeitsspanne auf Social Media ist minimal. Wer auf dein Profil kommt und keinen Link findet, sucht nicht in Google nach dir – er ist weg. Ein Makler-Account ohne Linktree hatte genau dieses Problem: Der nächste Schritt war unklar.
Was ein guter Kontaktweg enthält:
- die Website – das Minimum, in zwei Minuten hinterlegt
- aktuelle Objekte, idealerweise direkt aus dem CRM befüllt
- WhatsApp oder eine Kontaktseite
- eine Bewertungsmöglichkeit – Bewertungen sind ein Lead-Generator, gerade für Verkäufer
Der Schritt von der Plattform weg ist wie ein kleiner Kauf: Du musst das Vertrauen geben, das dafür nötig ist. Eine schlanke Landingpage mit Google-Bewertungen hilft. Und wenn du wissen willst, wie viele Anfragen wirklich von Instagram kommen: Setze UTM-Parameter auf deine Links. Ohne Tracking bleibt das eine Blackbox.
„Vier-, fünfmal pro Woche auf Instagram aufzutauchen, ist relevanter, als einmal 20.000 Leute zu erreichen.“
Niklas Kietaibl
Häufige Fragen
Was postet man als Immobilienmakler auf Instagram?
Zuerst deine Objekte – sie sind dein Produkt und geben den Rhythmus vor. Aus jedem Objekt lassen sich mehrere Beiträge machen: Bild-Posting, Story, Rundgang-Video, Umgebung. Danach kommen Vertrauens-Signale wie Team und Bewertungen, erst ganz am Ende Expertencontent.
Was gehört in die Instagram Bio eines Immobilienmaklers?
Region, Spezialisierung und Positionierung in kurzen Bullet Points – zum Beispiel „Verkauf von Wohnimmobilien, über 10 Jahre Erfahrung“. Dazu ein Linktree mit Website, aktuellen Objekten und Kontaktmöglichkeit. Die Bio ist kostenlose Werbefläche, nutze sie.
Sind Instagram Storys für Immobilienmakler wichtig?
Ja. Der aktive Story-Ring ist das erste Signal, dass ein Account lebt. Storys sind für den Alltag da: Notartermine, Teammeetings, Besichtigungen, Fotoshootings. Sie sind nur 24 Stunden sichtbar und müssen deshalb regelmäßig kommen.
Muss ich als Immobilienmakler vor der Kamera stehen?
Nein. Du kannst einfach mit dem Smartphone durch die Immobilie gehen und erklären, was man sieht – oder ein Voiceover aufnehmen. Auch eine Person, die nur die Räume zeigt, ohne zu sprechen, funktioniert. KI-Avatare sind aktuell keine gute Alternative: Sie killen das Vertrauen.
Wie oft sollte ein Immobilienmakler auf Instagram posten?
Regelmäßigkeit schlägt Perfektion. Mehrere einfache Objekt-Postings pro Woche plus aktive Storys sind relevanter als ein einzelner aufwendiger Beitrag mit großer Reichweite. So baust du bei deinen Followern – deiner eigentlichen Zielgruppe – kontinuierlich Vertrauen auf.
Als eigene Seite öffnen →